Runder Tisch „Nachhaltiges Kanufahren auf der Luhe“

Am Dienstag, 9. Oktober 2018, fand im Winsener Marstall der erste „Runde Tisch naturnahes Kanufahren an der Luhe“ statt. Das Format des „rundes Tisches“ wurde im letzten Jahr im Rahmen des gleichnamigen Projektes erprobt. Eine Maßnahme des umfangreichen Maßnahmenkatalogs der Studie war auch die Etablierung des „Rundes Tisches“ zum nachhaltigen Wasserwandern auf der Luhe.

Der Einladung des Naturparks Lüneburger Heide e. V. folgten 26 Vertreter/innen von Kanuverleihern, Kanuvereinen, Sport- und Angelvereinen, Kanuverbänden des Bundes und Landes sowie den Behörden der Landkreise Harburg und Lüneburg und betroffener Kommunen aus Winsen (Luhe), Salzhausen und Amelinghausen, um sich über die Entwicklung des Projektes „Kanufahren auf der Luhe“ auszutauschen und weitere Schritte für ein „naturnahes Kanufahren“ gemeinsam zu beraten.

„Durch die zahlreichen Gespräche zur Erstellung der Studie ist sehr deutlich geworden, dass der Informationstransfer zu den unterschiedlichen Belangen und Interessen am Fluss wohl die größte Herausforderung ist. Dies betrifft nicht nur die unterschiedlichen Interessensvertreter im Dialogprozess sondern auch die Informationen, die der Kanufahrer als Besucher erhält“ resümiert Hanna Fenske, Regionalmanagerin der Leader-Region Naturpark Lüneburger Heide. Vor diesem Hintergrund begrüßen alle die Initiative der Samtgemeinde Salzhausen, die nun einen Folgeantrag für ein EU gefördertes Leader-Projekt auf den Weg bringen möchte. Die Abstimmungen zur Finanzierung eines zu 60% geförderten Folgeprojektes erfolgen gerade.

Die größte Anzahl der Kanus, die zurzeit auf der Luhe fahren, sind gemietete Boote. Vor diesem Hintergrund waren sich am „Runden Tisch“ alle -inklusive der Bootsverleiher- einig, dass eine besondere Verantwortung bei den Kanuverleihern liegt. Bootsvermieter Mathias Schrenk von „Heide-Kanu“ betonte, dass er großes Interesse daran habe, dass für mehr Rücksichtnahme gegenüber dem Fluss und seiner Bewohner geworben wird und er beispielsweise auf seinem Flyer bereits aktiv dafür werbe.

Auch Detlef Gumz, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg, begrüßt die geplanten Folgeaktivitäten: „Ich verspreche mir viel von der Umsetzung der Studie, insbesondere von einer guten Kommunikation und Abstimmung zwischen allen Beteiligten und der sorgfältigen Sensibilisierung der Kanufahrer/innen für diesen schönen Fluss und all seine Besonderheiten.“ Die Luhe ist im Bereich des Landkreises Lüneburg Landschaftsschutzgebiet. Auch im Bereich des Landkreises Harburg soll der Fluss mit seinen Niederungsbereichen als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden. Das Kanufahren wird weiterhin, auch in den Schutzgebieten möglich sein.

Ein weiteres Ergebnis des Luhe-Projektes ist, dass die „Befahrungsregelungen“ für die Luhe in den Landkreisen Harburg und Lüneburg vereinheitlicht werden sollen, so dass die Kanufahrer/innen in Zukunft zwischen Amelinghausen und Winsen (Luhe) einheitliche Vorgaben zum Verhalten auf dem Fluss haben werden. „Es ist davon auszugehen, dass neben der Regelung von Bootsgrößen und Befahrenszeiten auch die Berücksichtigung der Pegelstände aufgenommen werden“ so Burkhard Jäkel vom Fachdienst Umwelt des Landkreises Lüneburg. „Der trockene Sommer hat gezeigt, dass der Pegel der Luhe viel zu niedrig war, um mit dem Boot zu fahren. Mit jedem Aufsetzer auf dem Boden, werden unnötig Sedimente aufgewirbelt und Laichgründe beschädigt. Vor diesem Hintergrund wollen wir sicherstellen, dass bei so niedrigen Pegelständen das Kanufahren verboten wird.“

Die Umsetzung weiterer infrastruktureller Verbesserungsbedarfe entlang der Luhe, wie z.B. Parkplätze an Einsetzstellen, Toiletten oder Steganlagen, die auch im Rahmen der Studie festgestellt wurden, werden im Einzelfall vor Ort geprüft.

Zum Abschluss des ersten „Runden Tisches“ war man sich einig, dass sich alle auch im nächsten Jahr zu einem zweiten „Runden Tisch“ treffen wollen, um den guten Dialog und Austausch dauerhaft fortzuführen. „Der Naturpark Lüneburger Heide e.V. wird den weiteren Dialog gerne begleiten“ resümiert Regionalmanagerin Hanna Fenske die erfolgreiche erste Runde.

Text: Naturparkregion Lüneburger Heide e.V.